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Mozilla Firefox Browser 1.0 veröffentlicht

Es ist vollbracht! Seit heute ist die langerwartete Version 1.0 des Logo Mozilla Firefox Mozilla Firefox Web-Browsers veröffentlicht.

Bei Mozilla Firefox handelt es sich um ein Open-Source-Produkt — üblicherweise ist die Version 1.0 im Open-Source-Lager immer eine magische Zahl, die erst dann vergeben wird, wenn das Produkt in den Augen der betreffenden Entwickler rundum zufriedenstellend ist und eine solche gerade Nummer ihrer Meinung nach gerechtfertigt ist. Bis dahin trägt ein Produkt traditionsgemäß eine Versionsnummer kleiner 1, auch wenn es in vielerlei Hinsicht weitgehend fehlerfrei und sehr gut benutzbar ist.

Im Open-Source-Bereich gibt es einige Software-Produkte, die seit Jahren täglich fehlerfrei ihren Dienst tun, obwohl ihre Versionsnummer zuweilen eine Null vor dem Komma trägt. Es ist eine manchmal eher emotional bestimmte Entscheidung des jeweiligen Entwicklers oder Entwickler-Teams, eine ganzzahlige Version zu vergeben. Diese Art der Versionierung ist meiner Meinung nach der verbreiteten "Versionitis" anderer bekannter kommerzieller Software-Hersteller vorzuziehen, deren teilweise rein marketingtechnisch motivierten Versionssprünge nicht immer nachvollziehbar sind.

Gerade oder ganzzahlige Versionsnummern von Open-Source-Produkten kennzeichnen erwartungsgemäß stabile Produkte. Ungerade Versionsnummern kennzeichnen Entwickler-Versionen, die aus Sicht der Entwickler noch nicht uneingeschränkt für den Gebrauch durch den Durchschnitts-Endanwender gedacht sind.

Mozilla Firefox ist der neue und zukünftige Web-Browser aus der Mozilla-Familie. Er löst die bekannte Mozilla-Suite ab (die Netscape Browser-Suite ist nahazu identisch mit der Mozilla Browser-Suite), welche bisher Web-Browser, email-Programm und Chat-Programm in einem einzelnen Programm miteinander vereint hat. Diese Kombination wurde über die Zeit zu aufgebläht und zu schwerfällig, was für Apple den Ausschlag gab, als Grundlage für ihren zukünftigen Web-Browser Safari nicht die Gecko-Rendering-Engine von Mozilla zu verwenden, sondern die des zu diesem Zeitpunkt schlankeren Konqueror-Browsers, ebenfalls ein Open-Source-Produkt. Nicht zuletzt dieser Vorgang hat den dringenden Bedarf nach einem schlankeren Web-Browser aus dem Hause Mozilla in den Fokus der Diskussion gebracht und eine Aufspaltung der Mozilla-Komponenten in eigene, eigenständige Produkte angestoßen. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Browser-Komponente im Herbst 2003 in einer schon recht gut benutzbaren Version veröffentlicht, damals noch unter dem Namen Phoenix. Namensrechtliche Probleme führten zu einer Umbenennung in den Namen Firebird, welcher ebenfalls mit namensrechtlichen Problemen behaftet war und deshalb nochmals zu einer (hoffentlich letztmaligen) Umbenennung führte, die bis heute Bestand hat: Firefox.

Ironie der Geschichte:
Der Konqueror-Browser wird derzeit von den zuständigen Entwicklern so umgerüstet, dass er bei Bedarf auch die Gecko-Rendering-Engine des Mozilla-Browsers verwenden kann.

Web-Browser aus dem Hause Mozilla scheinen wieder mehr gefragt zu sein. Download-Zahlen und verschiedene Server-Logfiles belegen das.
Es ist für Inhalteanbieter wie für Endanwender zu hoffen, dass dieser Trend anhält und Mozilla Firefox zusammen mit dem ebenfalls empfehlenswerten Web-Browser Opera weiterhin dem Internet-Explorer viele Prozentpunkte in der Verbreitung abjagt, wie es seit Erscheinen der ersten Firefox-Versionen zu beobachten ist.

Siehe auch entsprechende Presseveröffentlichungen von Mozillazine und heise online.

Weitere Informationen zum Thema sind in der ständigen Rubrik Web-Browser von sierkbornemann.de zu finden.

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