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Web-Services

Die letzten Einträge des Weblogs stellt sierkbornemann.de auch als sog. Newsfeeds bereit.

Verwendung finden hierzu maschinenverständliche XML-Dateien in den Formaten RDF [RDF], RSS [RSS] und Atom [ATOM]. Diese Formate sind Bausteine des sog. Semantischen Webs [SW]. Zuweilen tauchen sie auch im Zusammenhang mit dem populären Begriff Web-Services auf.
Weitere Informationen zu Newsfeeds und wie man sie abonniert.

Das Semantische Web

Das Semantische Web ist eine Erweiterung des gegenwärtigen Webs, in dem Information eine wohldefinierte Bedeutung hat, so dass Computer und Menschen besser zusammenarbeiten können. Technologien wie RDF, das Ontologische Web (OW) mit seiner Sprache OWL [OWL] (ausgesprochen: [aul]) und auch P3P [P3P] sollen dazu dienen, Daten im Web in einer Weise zu definieren und miteinander zu verknüpfen, dass sie für effektivere Such-, Automatisierungs- und Integrationsprozesse genutzt und über mehrere Anwendungen hinweg wieder verwendet werden können.

Anwendungen von RDF sind z.B. die verbreiteten Nachrichten-Ticker-Formate RSS und Atom, um Nachrichten maschinenlesbar aufzubereiten und im Web bereitzustellen; FOAF [FOAF] ist eine Anwendung, welche RDF und OWL beispielhaft miteinander kombiniert, um soziale Netzwerke maschinenlesbar auszudrücken und im Web bereitzustellen.

Ausblicke

Ziel ist es, das Web so auszustatten, dass es zu einer Umgebung wird, in der Daten sowohl von automatischen Werkzeugen als auch von Menschen genutzt und bearbeitet werden. Das Interessanteste daran und insbesondere am Semantischen Web sind somit nicht die Dinge, die wir uns vorstellen können damit zu tun, sondern die Dinge, die wir uns noch nicht vorstellen können.

Lesenswert in diesem Zusammenhang ist sicherlich das Essay Das Semantische Web hebt ab [TBLEMSW] von Sir Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Webs und Vorsitzenden des World Wide Web Consortiums (W3C).

Syndikation

RSS ist ein plattformübergreifendes XML-basiertes Datenformat, welches die Ideen von RDF aufgreift und weiterentwickelt, um aktuelle Informationen maschinenlesbar im Web austauschen zu können.

Zu Anfang ein kleiner historischer Rückblick: 1997 wurde von der Firma Userland erstmals ein Weblog in einem RDF-basierten XML-Format veröffentlicht. 1999 wollte die Firma Netscape ebenfalls ein XML-Format haben, das als zentrale Architektur verwendet werden konnte, um Inhalte auf seinem Portal MyNetscape.com zu sammeln und zu syncronisieren. Man übernahm bei Netscape vieles von Userlands XML-Format, verzichtete jedoch auf den ursprünglichen Ansatz, RSS auf RDF basieren zu lassen und entwickelte daraus schließlich das RSS. RDF wurde als zu kompliziert angesehen, und RSS sollte ein einfaches Format für die Bereitstellung der Zusammenfassung einer Website sein (»site summary«).

Die Entwicklungsgeschichte von RSS hat es mit sich gebracht, dass inzwischen vier verschiedene Subformate existieren, die alle auch heute noch teilweise im Einsatz sind.

RSS als idealer Nachrichten-Lieferant

RSS, vor allem in der Version 2, hat inzwischen einen Siegeszug angetreten, von dem andere Formate noch träumen können und hat sich als Syndikations-Format (engl. syndication: in mehreren Zeitungen erscheinend) etabliert. Nachrichten-Sites wie BBC, CNN, N24, SPIEGEL Online, tagesschau online oder heise online stellen bspw. ihre Nachrichten in diesem Format als weitere Informationsquelle zur Verfügung. Apples so erfolgreiches Vertriebsmodell für Musik-Downloads basiert maßgeblich auf dieser Technologie und nutzt sie in Form sog. PodCasts für den hauseigenen MP3-Player iPod. PodCasts sind RSS-Feeds, welche Informationen zu den Musik-Dateien transportieren, die zum Download angeboten werden.

Auch viele andere Informationsanbieter, vor allem die private Weblog-Community, nutzen die Möglichkeiten dieses Informations-Austausches über das Netz. Tendenz: wachsend.

Nachfoger in Sicht

Atom

Immer populärer wird darüberhinaus auch das noch sehr junge Atom-Format. RSS hat bis heute in seiner technischen Definition immer noch einige Unklarheiten, die bei Inhalte-Anbietern und Software-Herstellern gleichermaßen manchmal Verwirrung hervorrufen. Atom ist weniger eine Weiterentwicklung des bisherigen RSS-Formats und mehr eine Neuentwicklung mit dem Ziel, ein langfristig sehr robustes Format zu sein, das eindeutig spezifiziert ist und keine Unklarheiten zulässt. Das Atom-Format verspricht viel, ist aufgrund seines jungen Alters jedoch bei Inhalte-Anbietern wie auch bei Nutzern nicht so verbreitet.

RSS 3.0

Angetrieben von der Akzeptanz, die das Atom-Format bei den Anwendern genießt, sind die Entwickler des RSS-Formats nicht untätig geblieben und haben RSS 2.0 weiterentwickelt. Abgeschlossen ist dieses Vorhaben noch nicht, es hat gerade erst angefangen. Das RSS-Entwickler-Team versucht, die Vorteile von RSS 2.0 und Atom so zu bündeln, dass in Zukunft nur noch ein einziges, abwärtskompatibles Syndikationsformat notwendig ist: RSS 3.0. Je nach Anwendung kann RSS 3.0 in einer lite- [RSS3LITE] und in einer full-Variante [RSS3FULL] verwendet werden. Beide unterscheiden sich lediglich in ihrem Vermögen, Inhalte detailliert zu beschreiben und sind zueinander voll kompatibel. Überhaupt spielt Abwärts- wie Aufwärtskompatibilität eine große Rolle bei RSS 3.0: RSS3-Feeds sollen von älteren RSS2-Anwendungen voll lesbar sein, und RSS2-Feeds sollen von RSS3-Anwendungen voll lesbar sein. Positive Erfahrungen aus dem völlig anders aufgebauten Atom-Format sind bei der Entwicklung dieses RSS-Formats mit eingeflossen.

Ausblicke

Das gerade erst von der IETF anerkannte Atom-Format hat das Potential, gerade die älteren RSS-Formate zu dominieren. Dennoch könnte es evtl. in Zukunft an Reiz verlieren, bevor es überhaupt zu nennenswerter Verbreitung gefunden hat, RSS in der Version 3 steht bereits in den Startlöchern. Dessen Auf- und Abwärtskompatibilität ist, obwohl RSS3 sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ein segensreicher Trumpf. Es lässt das Atom-Format, obwohl jenes eher auf den Markt gekommen ist, relativ unattraktiv aussehen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es deshalb noch verfrüht, bei der Syndikation von Informationen ausschließlich auf ein einziges dieser beiden neuen Formate zu setzen. Sinnvoll erscheint es dagegen, RSS-Nachrichten und Atom-Nachrichten parallel anzubieten, bis eines der neuen Formate eindeutig Verbreitung gefunden hat.

Links & Literatur

[SW]
Semantic Web Project Page
[RDF]
Resource Description Framework (RDF) – W3C Semantic Web Activity
[RSS]
RSS Project Page
[RSS3LITE]
RSS 3 Lite Specifications
[RSS3FULL]
RSS 3 Full Specifications
[ATOM]
Atom Project Page
[OWL]
Web Ontology Language OWL – W3C Semantic Web Activity
[P3P]
The Platform for Privacy Preferences 1.0 (P3P1.0) Specification
[FOAF]
FOAF Project Page
[TBLEMSW]
Das Semantische Web hebt ab
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